Draußen war es Dunkel. Wolken hingen vor dem Himmel und schütteten pausenlos weißen Schnee aus. Heiko saß am Fenster in seinem Zimmer und schaute in den Schnee. Wenn er lange genug wartete, würde er vielleicht den Weihnachtsmann sehen, wenn er ankam.

Heiko war fünf Jahre alt und hatte in seinem Leben noch nicht den Schlitten des Weihnachtsmannes gesehen. Und für dieses Jahr hatte er sich vorgenommen ihn zu sehen. Wie die Rentiere wohl aussehen? Ob Rudolph wirklich eine rote Nase hatte?

Normalerweise kam der Weihnachtsmann zwar durch den Schornstein, aber da sie keinen hatten, musste er wohl die Tür nehmen. Und Heiko konnte von seinem Fenster aus perfekt auf die Tür sehen.

"Heiko, der Weihnachtsmann ist da, komm schnell runter."
Das war seine Mutter. Aber wie konnte der Weihnachtsmann schon da sein? Heiko hatte die Tür die ganze Zeit beobachtet. Der Weihnachtsmann konnte noch gar nicht da sein. Aber egal, Heiko stürzte aus seinem Zimmer und nach unten. Noch nie war ihm die Treppe so lang vorgekommen. Als er unten ankam stand der Weihnachtsmann draußen vor der Tür.

Heiko machte ihm die Tür auf, sah ihn an und stürmte an ihm vorbei nach draußen. Der Boden unter seinen Füßen war kalt, überall lag Schnee. Aber er konnte den Schlitten nicht sehen. Kein Schlitten, keine Rentiere und kein Rudolph. Enttäuscht drehte er sich zum Weihnachtsmann um.
"Wo ist dein Schlitten? Wo sind die Rentiere? Wo ist Rudolph?"
Der Weihnachtsmann sah ihn an, er wusste nicht was er sagen sollte und wenn Heiko ihn sich so genau ansah, hatte er Ähnlichkeit mit seinem Onkel Peter.
"Du bist nicht der Weihnachtsmann."
Tränen standen in seinen Augen. Er hatte doch nur Rudolph sehen wollen. Er stürmte in sein Zimmer, die Treppe kam ihm noch länger vor als vorher. Er schloss die Tür hinter sich ab und weinte in sein Kissen.



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