Langsam ging die Sonne auf, und tauchte die Welt in einen wunderschönen, roten Schleier. Die ersten Vögel erwachten und füllten die Luft mit einem Gesang, wie ihn sonst niemand vollbringen konnte. Bienen begannen ihr Tagewerk, und schon bald wurde der Vogelgesang von einem konstanten Summen begleitet.
Und inmitten eines Feldes, das durch all diese Begebenheiten besonders schön wirkte, lag ein junges Paar. Eine dünne Decke verdeckte ihre, noch immer eng umschlungenen, nackten Körper.
Am vorigen Morgen waren sie zusammen ausgerissen, um ihren Eltern zu entkommen. Die hatten nämlich beschlossen, dass die beiden sich trennen mussten, damit Lisa in eine reiche Familie einheiraten konnte.
Für beide war dieser Gedanke unvorstellbar gewesen. Frank wollte seine Lisa nicht hergeben und Lisa wollte ihren Frank nicht verlassen. Und vor allem, wollte sie sich niemand anderem hingeben. Hatte, bis zu dieser Nacht, doch nicht einmal Frank ihre Unschuld berührt.
Als die Sonne weiter anstieg und das Rot weniger wurde, erwachte Frank. Das Erste, was er sah, als er die Augen öffnete, war Lisas Gesicht. Ihre zarten Wangen, ihr süßes Stupsnäschen und ihre wunderschönen, schulterlangen schwarzen Haare. Vorsichtig hob er eine Hand und strich ihr ein paar Haare aus dem Gesicht. Trotz aller Vorsicht und Sanftheit, erwachte sie durch die zärtliche Berührung mit einem wohligen Seufzen und sah ihm verliebt in die Augen. War es wirklich wahr? War Frank wirklich mit ihr abgehauen?
Es musste wahr sein. Sie konnte seinen Körper spüren, der sich eng an sie geschmiegt hatte, sie konnte sein Gesicht sehen, das sie wieder aus ihrem Blick verschwinden lassen wollte, und sie konnte ihn riechen. Wie gut er doch roch.
Sie zog ihn enger an sich, so fern das überhaupt möglich war, und gab ihm einen langen Kuss, der ihr dennoch viel zu kurz erschien. Dann gab sie sich ihm erneut hin. Es dauerte nicht lange, aber ihr kam es wie eine Ewigkeit des Gücks vor. Als sie fertig waren, blieben sie noch eine Weile liegen, küssten sich und sahen sich, immer wieder, verliebt in die Augen. Und, ohne dass sie es wussten, hatten sie, an diesem Morgen, neues Leben geschaffen.



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