Es war ein warmer sonniger Tag. Zu warm, um genau zu sein. Also beschloss ich, zusammen mit meiner untoten Freundin, mich unter die Erde zu begeben. Es war ein gewaltiger Marsch, vorbei an Diener der Geisel, durch ein Tal besetzt von Drachen und durch das Feindesland.
Halb vertrocknet und hungrig kamen wir an unser Ziel. Die Tore von Stormwind. Auf dem Rücken meines getreuen Raptors Lizy ritt ich hindurch, gefolgt von Erynnia. Wir ritten an den Wachen vorbei, die uns ehrfürchtig hinterher starrten.
Wir ritten bis an einen nach Öl stinkenden Tunnel und begaben uns hinein. Hinein in die Tiefenbahn und in angenehmere Temperaturen. Der Bahnhof war verlassen also setzten wir uns erst einmal hin und aßen und tranken genüsslich. Als wir fertig waren kam, wie von den Göttern gesandt, ein Zug und wir stiegen ein. Es ging immer tiefer unter die Erde und mit der Tiefe nahm auch die Kälte zu. Als es dann wieder nach oben ging ergriff Erynnia plötzlich meine Hand und riss mich aus dem Zug.
Zuerst wollte ich ihr mein Schwert in die Brust rammen, für den Schrecken den sie mir eingejagt hatte, doch dann sah ich warum sie mich hinaus gerissen hatte. Ein Bahnhof. Mitten im Tunnel der Tiefenbahn. Was planten die stinkenden Menschen hier? Wir suchten eine Weile nach Hinweisen, fanden aber nichts. Trotzdem, der War Chief musste davon erfahren, irgendetwas stimmte hier nicht.
Wir gingen also weiter nach oben, auf dem Weg fanden wir noch einen Bahnhof, aber auch hier fanden wir keine Hinweise auf die Pläne der Menschen.
Als wir dann endlich am Ende der Strecke ankamen erwartete uns ein grimmig guckender Zwerg. Mit einem lauten Schrei stürmte er, gefolgt von einem weißen Bären, auf mich zu. Ich parierte seinen Schlag und setzte selbst zum Angriff an. Nach wenigen Sekunden war der Kampf vorbei, der Zwerg sank, aus Schwertwunden blutend, zu Boden.
Dann besetzten wir den Bahnhof. Immer wieder kamen einzelne Allianzler in die Bahn und griffen uns an, immer wieder starben sie. Doch mit der Zeit musste sich Kunde verbreitet haben, dass zwei gefährliche Krieger den Bahnhof besetzt hatten, denn es kamen immer mehr und besser organisierte Feinde. Der Bahnhof war nicht zu halten. Schwer verletzt zogen wir uns in den Tunnel zurück. Erynnia ging vor und ich versuchte die wenigen uns folgenden Allianzler auf mich zu ziehe, damit sie ihre Heilzauber sprechen konnte. Der Plan ging auf, aber nur, weil ein weiterer Untoter sich plötzlich hinter den Allianzer zeigte und sie brutal angriff. Vor Schreck erstarrt griffen meine Feinde mich einen Moment nicht mehr an, der Moment reichte. Ich stürmte vor und erschlug den Zwerg, der die Gruppe anführte. Hinter mir hörte ich, wie Erynnia einen Zauber nach dem anderen sprach und so Verderben über unsere Feinde regnen ließ. Wir bedankten uns bei dem Schurken, der uns geholfen hatte und luden ihn ein, sich uns anzuschließen.
Gestärkt gingen wir zurück zum Bahnhof. Dort erwartete uns eine große Überraschung, viele Krieger der Horde kamen mit Zügen an, innerhalb kürzester Zeit war jedweder organisierte Widerstand der Allianz gebrochen. Die Hordenkrieger, die uns geholfen hatten, beschlossen, dass es an der Zeit wäre Ironforge zu überrennen. Erynnia und ich sollten im Bahnhof bleiben und den Fluchtweg sichern.
Nachdem wir also wieder allein waren, beschlossen wir unsere Feinde zu täuschen. Ich stellte mich in die Mitte des Bahnhofs und Erynnia postierte sich hinter einer Kiste, so dass sie von hereinkommenden Allianzlern versteckt war. Und tatsächlich funktionierte es, wie gehofft. Zwei Allianzler stürmten den Bahnhof. Sie rannten auf mich zu, einer blieb vor dem Schacht in dem die Züge fuhren stehen und beharkte mich mit Zaubern, der andere ging um den Schacht rum und wollte mich von der Seite angreifen. Unbeeindruckt blieb ich stehen, wusste ich doch, was nun kommen würde. Erynnia erhob sich und verfluchte den Druiden, der am Schacht stand, bevor er wusste wie ihm geschah, war sichtlich ein Großteil seines Lebens verbraucht. Der um den Schacht laufende Krieger blieb plötzlich stehen und sah sich verwirrt um. Er erhaschte noch einen letzten Blick auf den fliehenden Druiden, bevor dieser tot zu Boden sank. Ich nutzte die Gelegenheit und stürmte selbst vor. Der Krieger musste meine Schritte gehört haben, denn er drehte sich plötzlich um und schaffte es meinen ersten Angriff abzuwehren. Doch er hätte fliehen sollen. Er war den vereinten Kräften von Erynnia und mir nicht gewachsen.
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Das ganze wiederholten wir noch eine Weile, doch nachdem wir nach langer Zeit immer noch nichts von den tapferen Angreifern auf die Stadt Ironforge gehört hatten, wurde uns mulmig. Waren sie gefallen? Würde die Allianz nun vielleicht zu uns kommen, um die letzten Hordler, die etwas von ihren Plänen in der Untergrundbahn wussten zu zerschmettern? Einer Ahnung folgend, rief ich Erynnia zu mir, sie sollte besser nicht mehr in der Nähe des Eingangs stehen.
Und wie so oft, bestätigte sich mein mulmiges Gefühl. Eine gewaltige Armee der Allianz stürmte den Bahnhof, es waren zu viele und ihren Augen brannte blanke Mordlust. Doch wir hatten Glück. Hinter uns fuhr ein Zug ein.
Heran fliegenden Geschossen ausweichende zogen wir uns in den Zug zurück. Die Allianzkrieger sahen ihren Plan scheitern und stürmten vor, doch bevor sie uns erreichten war der Zug abgefahren und wir auf dem Weg nach Ogrimmar, um von den geheimen Anlagen der Allianz zu berichten.
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